Warum die Gürteltasche so beliebt ist

Warum die Gürteltasche so beliebt ist

Zuerst ein Bekenntnis: Ich bin verwirrt! Die Recherche für diesen Text hat mir ganz schön zugesetzt. Es scheint nämlich, als gebe es für eine der aktuell angesagtesten Taschenformen eine schier endlose Zahl von Bezeichnungen. Bum Bag, Hip Bag, Belt Bag, ja sogar Moon Bag und Fanny Back beschreiben letztlich alle das, was wir hierzulande Gürteltasche nennen. Dabei ist auch dieser Begriff irreführend. Kaum eine dieser lässigen Taschen dient schließlich tatsächlich als eine Art Gürtelersatz. Angesagt ist vielmehr, die kleinen Taschen quer über den Körper – oder cooler: crossbody – zu tragen.

Die Neunziger Jahre sind zurück

Modefans wissen es längst: Die Neunziger Jahre sind zurück. Und zwar mit Macht. Das Jahrzehnt zwischen Mauerfall und Jahrtausendwende hatte gerade auch im Hinblick auf die Mode so viel Unterschiedliches zu bieten. Da war einmal die schrille Rave-Bewegung mit der Love-Parade, die jährlich Millionen nach Berlin zog. Das krasse Gegenteil war der Grunge-Look, den vor allem die Musik-Ikone und Nirvana-Frontmann Kurt Cobain prägte. Hip-Hop und Rap fanden zunehmend den Weg von der amerikanischen East und West Coast zu uns nach Europa und brachten einen ganz eigenen, besonders lässigen Kleidungsstil mit. Und schließlich war da noch eine New Yorker Journalistin namens Carrie Bradshaw, die gemeinsam mit ihren drei Freundinnen in „Sex and the City“ TV-Geschichte schrieb. Dieser Reichtum an verschiedenen Stilen ist es, der aktuell die Designer so sehr fasziniert und sie zu Neuinterpretationen anregt.

Die bewegte Geschichte der Gürteltasche

Die Gürteltasche hatte eine bewegte Geschichte hinter sich. In den Neunzigern war sie ein extrem angesagtes Accessoire. Supermodel Claudia Schiffer wurde sogar in einer Chanel-Kampagne mit einer Version aus gestepptem Leder fotografiert. Doch dieser Ruhm verblasste zunehmend. Im neuen Jahrtausend hatte sie es dann besonders schwer und entwickelte sich zunächst zu einem No-Go, das überwiegend nur noch von betagten Touristen auf Städtetrips getragen wurde, um darin Portmonee und Pässe möglichst nah am Körper bei sich zu tragen. Doch diese Zeiten sind längst vorbei! Spätestens seit auch High-Fashion Label wie Hermés und Louis Vuitton auf ihren Modenschauen Adaptionen der praktischen Alltagsbegleiter zeigten, wird die Tasche nicht mehr belächelt, sondern gefeiert! The bum bag is back, baby!

So praktisch und so bequem

Das Beste an der Gürteltasche ist, dass sie so unglaublich praktisch ist. Es passt im Grunde das ganze Leben in die kleinen Modelle hinein. Handy, Geld und Lippenstift sind immer griffbereit, während man gleichzeitig immer die Hände frei hat. Besser geht es nicht! Fashionexperten aus den USA erklären das Comeback der Bauchtasche genau mit dieser Nützlichkeit und ordnen sie dem so genannten Gorpcore-Trend zu. Die Abkürzung „Gorp“ steht dabei für die Anfangsbuchstaben von „Good old raisins and peanuts“, als den Bestandteilen von Studentenfutter. Denn genau wie dieser beliebte Snack haben sich Gürteltaschen tausendfach bewährt und sind einfach praktisch und bequem. Apropos Größe: Es gibt mittlerweile eine große Bandbreite an Formen. So bieten einige Marken neben Mini-Versionen auch Modelle, in die zum Beispiel auch ein Tablet hineinpasst. Ein weiterer Vorzug ist der sportliche Charakter der „hip bag“, die im übrigen keineswegs nur den Damen vorbehalten ist. Auch Männer sind vom praktischen Nutzen der Modelle überzeugt und tragen die Taschen ebenso gerne wie Frauen.

So werden Gürteltaschen getragen

Im Gegensatz zu den Neunziger Jahren, als Gürteltaschen fast ausschließlich aus technischen Materialien wie Polyester gefertigt wurden, kommen heute viele verschiedene Materialien zum Einsatz. Besonders edel sind Varianten in Leder. Hinsichtlich der Farben gibt es ebenso keine Einschränkungen. Vom zurückhaltenden Schwarz bis hin zu kräftigen Farbtönen wie Pink oder Neon Gelb ist alles erlaubt, was gefällt. Und so werden Gürteltaschen getragen: Wie bereits erwähnt, ist vor allem das Tragen quer über der Brust besonders angesagt. So kann auch besonders einfach in die Taschen hineingegriffen werden. Aber auch über der Schulter hängend wirken die Taschen superlässig. Und wer es mag, kann die Täschchen natürlich auch gerne um die Hüfte tragen. Als Taillen-Gürtel betont die Fanny Pack nämlich die Silhouette. Bauchtaschen sind momentan wohl auch deswegen so beliebt, weil sie im Styling einen extrem großen Spielraum lassen. Naheliegend ist die Kombination zu einem sportlichen Casual-Outfit mit Jeans und Sweatshirt. Aber auch zum edlen Kleid lassen sich die Accessoires ideal kombinieren. Dieser gezielte Stilbruch ist es, der den Look erst so richtig spannend macht und in Szene setzt.

Das kommt nach der Gürteltasche

Übrigens: Nach der Bauchtasche kommt die Bauchkette. Der Taillen-Hingucker wird von Experten bereits als das heißeste Accessoire für den Sommer 2021 gehandelt. Zuletzt zeigte am Rande der Paris Fashion Week Lily-Rose Depp, Tochter von Schauspieler Johnny Depp und Model Vanessa Paradis, wie man das Trendteil trägt. Als neues Gesicht von Chanel gehört Depp aktuell zu den einflussreichsten Fashionistas. Auch Rihanna und Cara Delevigne lieben Bauchketten, die zu Crop-Top, Jeansshorts oder Blazer einen funkelnden Akzent setzen. Unbedingt vormerken für das nächste Jahr!

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