Just fake it. Taschen aus Leder-Alternativen
Ohne geht es einfach nicht. Taschen sind für uns ein unverzichtbarer Begleiter. Sie bieten Platz für all die Dinge, die wir im Laufe eines stressigen Tages unbedingt benötigen: Handy, Portmonee, Beauty-Produkte, Schlüssel, Desinfektionsmittel und ein Mundschutz sind in der Lieblingstasche bestens aufgehoben. Dabei herrscht bezüglich des Formats die Qual der Wahl. Soll es eher ein Shopper im XXL-Format sein? Oder doch lieber eine zeitlose Saddle-Bag. Besonders beliebt sind außerdem Cross-Body-Bags sowie Mini-Bags nach dem Vorbild des legendären Modells Le Chiquito von Kult-Label Jacquemus. Und für einen Restaurant-Besuch oder einen Theather-Abend bietet sich eine elegante Clutch an. Je nach Anlass und Gelegenheit gibt es also viele tolle Modelle. Doch müssen diese Taschen immer aus Leder sein? Oder gibt es auch alternative Materialen?
Nachhaltigkeit wird immer wichtiger
Es ist ein absolutes Buzzword: Die Debatte um Nachhaltigkeit hat in den vergangene Jahren enorm an Fahrt aufgenommen. Immer mehr Menschen achten beim Kauf von Taschen, Schuhen und Bekleidung auf die Zusammensetzung und die Herkunft der Produkte. Vor allem für junge Menschen spielen diese Aspekte eine immer wichtigere Rolle. So hat vor kurzem eine Umfrage unter 18- bis 25-Jährigen ergeben, dass zwei Drittel bei Kaufentscheidungen auf Nachhaltigkeit achten. Und dazu gehören eben neben fairen Arbeitsbedingungen in der Produktion auch die verarbeiteten Materialien. Dabei ist jedoch Kunstleder nicht immer zwingend die bessere Wahl als Leder. So besteht Kunstleder oftmals aus Kunststoff, der wiederum auf Erdöl basiert. Ein großes Problem ist in diesem Zusammenhang die Vermüllung der Ozeane. Immer mehr Marken haben dieses erkannt und verarbeiten in ihren Kollektionen Kunststoffe, die aus recycelten PET-Flaschen gewonnen werden, die zuvor aus den Weltmeeren gesammelt wurden. Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche Materialien, die auf Pflanzen basieren und die ebenso hochwertig und langlebig sind wie Leder.
Leder-Alternative aus Ananas
In den zurückliegenden Jahren haben sich viele Experten intensiv mit der Forschung an innovativen Materialien beschäftigt. Zu diesen gehört auch die spanische Unternehmerin Carmen Hijosa. Sie hat eine Leder-Alternative aus Ananasblättern entwickelt und wurde dafür kürzlich sogar für den diesjährigen Europäischen Erfinderpreis nominiert. Ihr Material, das Hijosa in einem zwölfjährigen Forschungsprozess entwickelt hat, bezeichnet sie als Piñatex. Als Grundlage dienen ihr Blätter, die bei der Ananasernte auf den Philippinen anfallen und früher weggeworfen wurden. Diese werden zu einem strapazierfähigen Stoff verarbeitet. So erhalten die Landwirte zum einen ein zusätzliches Einkommen. Und zum anderen benötigt Piñatex zudem viel weniger Wasser als Textilien wie Baumwolle, die über 20.000 Liter Wasser pro Kilogramm beansprucht. Außerdem werden bei der Herstellung weniger Chemikalien und weniger CO2 verbraucht als bei der Lederproduktion, was Hijosas Material noch nachhaltiger macht. Aber selbstverständlich gibt noch viele weitere Ansätze. So werden mittlerweile auch aus Oliven, Äpfeln oder Kork wirklich tolle Taschen hergestellt, die eben nicht nur super aussehen, sondern auch eine echten Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem sie aus nachwachsenden Ressourcen hergestellt werden.
Stepptaschen sind angesagt
Taschen aus alternativen Materialien schonen nicht nur die Umwelt und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz - sie sehen auch richtig klasse aus! Eine absolute Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit und Mode ist übrigens die britische Designerin Stella McCartney. Sie launchte bereits vor über einem Jahrzehnt das Modell Falabella, das heute den Status einer Fashion-Ikone genießt. Heute ist es absolut üblich geworden, dass es auch von den großen Brands Taschen gibt, die nicht aus Leder hergestellt werden. Manche gehen sogar soweit, komplett auf Materialien tierischen Ursprungs zu verzichten.
Ein Modell, das im Herbst 2021 zu den absoluten Mega-Trends gehört, sind zum Beispiel Stepptaschen. Während Steppjacken schon seit langem zum Standard-Herbstoutfit gehören, kommen nun die entsprechenden Taschenmodelle ganz groß raus. Vorreiter dieses Trends sind unter anderem die Marken Moncler und Bottega Veneta, die mit ihren Interpretationen einen wahren Hype ausgelöst haben. Ein großer Vorteil dieser Taschen mit den charakteristischen Steppnähten ist nämlich ihre Vielseitigkeit. So bieten die Modelle richtig viel Platz und sind somit auch für Wochenend-Trips perfekt geeignet. Ein weiterer Vorteil ist die widerstandsfähige Oberfläche, die extrem einfach zu reinigen ist, sollte mal etwas daneben gehen. Und sogar als weiches Kissen lassen sich die praktischen Begleiter problemlos nutzen. So viel Funktionalität kann man ja nur genial finden!
Über die coolen Stepptaschen hinaus gibt es im Herbst 2021 weitere spannende Trends. Denn unabhängig von den Materialien kommt es ja nicht zuletzt auf den richtigen Style an, wenn wir uns in eine Taschen verlieben. Heiß begehrt sind daher aktuell unter anderem so genannte Chain Bags, deren Trageriemen aus großen Ketten bestehen. In eine weitere Runde gehen außerdem Mini-Bags und die so beliebten Cross-Body-Bags. Ihr Vorteil: Dank des Tragegurts haben wir stets beide Hände frei. Das Gegenteil zur Cross-Body-Bag ist die Clutch, die entweder in der Hand getragen oder unter einen Arm geklemmt wird. Das ist zwar nicht besonders praktisch, aber dafür super cool. Und darauf kommt es doch letztlich an!