Der erste Schulranzen - darauf ist zu achten!
Der erste Schulranzen – darauf ist zu achten!
Homeschooling, Wechselunterricht, geteilte Klassen – alles Begriffe, mit denen Anfang des Jahres 2020 außer Bildungsexperten niemand etwas anfangen konnte. Trotz aller Widrigkeiten in der Pandemie, ist aber eines sicher: Auch im Herbst 2021 werden wieder Hunderttausende Erstklässler ihren ersten Schultag erleben. Viele fiebern bereits heute auf diesen Tag hin. Zeit also für Eltern und Kinder, sich mit dem Thema Schulranzen auseinanderzusetzen. Denn damit kann man nie zu früh anfangen.
Haben Sie sich schon einmal mit DIN-Normen befasst? Falls nicht, kommen Sie der Suche nach einem Schulranzen nicht darum herum. Früher oder später lernen Eltern eines künftigen Schulkindes die so genannte DIN 58124 kennen. Der deutsche Normenausschuss hat bereits im Jahr 1986 sicherheitstechnische Grundsätze für Schulranzen definiert. Dabei geht es unter anderem um deren Sichtbarkeit in der Dämmerung und bei Nacht. Um der Handlungsempfehlung exakt zu entsprechen, muss ein Ranzen über 20 Prozent fluoreszierende und 10 Prozent retroreflektierende Flächen verfügen. In der überarbeitenden DIN 58124, die im Oktober 2018 veröffentlicht wurde, sind neben Orange und Gelb zusätzlich vier weitere Farben, darunter Pink und Gelbgrün, mit einem festgelegten Mindestleuchtdichtefaktor für fluoreszierendes Material zugelassen.
DIN-gerechte Schranzen bieten auf jeden Fall ein hohes Maß an Qualität sowie Sicherheit im Straßenverkehr. Das heißt aber nicht, dass diese Aspekte bei nicht DIN-gerechten Modellen vernachlässigt werden. Die DIN-Norm duldet nur keinen Spielraum, und sobald der Ranzen eines der Kriterien nicht erfüllt, erhält er nicht die „offizielle Plakette“.
Ranzen muss passen
Manche Kinder haben einen besonders schmalen Rücken, andere sind bei der Einschulung vergleichsweise klein oder groß. Doch nur ein passender Schulranzen garantiert den notwendigen Tragekomfort im Alltag. Daher sollte er sich individuell einstellen lassen. Kinder müssen den Schulranzen bequem aufsetzen können. Nur wenn die Schultergurte festgezogen sind, lässt sich der Sitz überprüfen. Faustregel: Der Schulranzen darf nur unwesentlich breiter als die Schultern sein. Seine Oberkante sollte auf Schulterhöhe abschließen. Unten sollte er knapp über dem Gesäß sitzen. Ein belüfteter Rücken verhindert Schwitzen und kann den Tragekomfort erhöhen.
Manche Schulranzen sind mit einem verstellbaren Rückensystem ausgestattet. Damit lässt sich der Ranzen individuell auf die Größe des Kindes einstellen. Im Prinzip eine gute Idee – wenn im Alltag auch daran gedacht und der Sitz immer wieder kontrolliert wird.
Der Sitz der Gurte sollte ebenso regelmäßig überprüft werden. Bei zu lang eingestellten Tragegurten drückt der Tornister eventuell auf die untere Wirbelsäule des Kindes und sorgt für eine starke Belastung. Bei zu kurz eingestellten Gurten sitzt der Ranzen zu weit oben, und das Kind entwickelt unter Umständen ein Hohlkreuz. Brust- und Hüftgurte helfen zusätzlich, das Gewicht zu verteilen. Aber auch sie müssen richtig sitzen. Der Hüftgurt nützt nur, wenn er auf dem Hüftknochen sitzt. Er ist kein Bauchgurt!
Besonders leicht gleich besonders gut? Das Gewicht eines Ranzens ist wichtig, sollte aber nicht das allein entscheidende Kaufkriterium sein. Wichtiger als 100 Gramm weniger Eigengewicht des Tornisters ist es im Schulalltag, ihn zusammen mit dem Kind immer mal wieder auszumisten. Erfahrene Eltern wissen: Da kommt so manches am Wegesrand gefundene „Schätzchen“ ans Tageslicht! Und wir reden dann schnell nicht nur von 100 Gramm sondern einem halben Kilo zusätzlichen Gewicht, das die Kinder Tag für Tag mit sich herumschleppen.
Einheitliche Regeln, wie viel ein Schulranzen wiegen darf, gibt es übrigens nicht. Manche Kinder kämpfen mit 10 Prozent ihres Körpergewichts, andere schultern lockern das Doppelte. Dabei ist auch zu berücksichtigen, wie lange das Kind den Ranzen tragen muss.
Im Innenraum verfügen Schulranzen über eine funktionale Ausstattung, so dass sich Hefte, Bücher und sonstige Schulmaterialien ordentlich verstauen lassen. Wichtig: Schwere Bücher oder Ordner immer in das hinterste Fach möglichst nahe am Rücken packen, damit das Gewicht das Kind nicht nach hinten zieht! Das mittlere Fach eignet sich zumeist für Hefte. Vorne findet das Federmäppchen seinen Platz. Als praktisch kann sich ein Schlüsselring bzw -halter erweisen, damit die Kinder vor der Haustür nicht lange suchen müssen und der Schlüssel in den „Untiefen“ des Ranzens nicht verloren geht.
Die Außentaschen bieten Platz für eine Trinkflasche, das Busticket und alles, was Kinder während ihres Schultages sonst noch brauchen und worauf sie schnell zugreifen müssen. Vorsicht aber, dass nichts herausfällt!
Delfine, Bagger oder unifarben: die Auswahl ist groß
Wie wäre es mit Pferden? Oder doch lieber Feuerwehrautos? Die Hersteller bieten eine enorme Vielfalt an Dessins, Motiven und Farben. Jedes Kind sollte daher problemlos sein Lieblingsmodell finden. Neben den „knalligen Klassikern“ bietet der Markt inzwischen auch eine ganze Reihe an Modellen, die optisch ein wenig zurückhaltender auftreten. Verschiedene Hersteller bieten außerdem Sticker an, mit denen sich der Schulranzen individuell gestalten lässt. Befestigt werden sie mit Hilfe von Klettbändern oder Magneten.
Manche Schulranzenhersteller achten nicht zuletzt auf eine möglichst nachhaltige Fertigung und Produktion. So werden u.a. recycelte PET-Flaschen verarbeitet. Auch gibt es Modelle, die aus Bluesign-zertifizierten Stoffen hergestellt sind, bei denen die Einhaltung fest definierter Umweltkriterien regelmäßig überprüft wird. Andere Hersteller setzen wiederum auf eine Produktion „Made in Germany“.
Ein Schulranzen ist meistens Bestandteil eines Sets. Dazu gehört häufig ein passender Sportbeutel, ein komplett mit Stiften befülltes Etui sowie ein „Schlampermäppchen“. Auch eine Brotdose, eine Trinkflasche oder ein Brustbeutel können Bestandteil des Sets sein.