Das kleine Einmaleins der Karo-Muster
Karo-Muster zählen zu den klassischen Themen in der Mode. Auch bei den Designern von Taschen und Accessoires erfreuen sie sich regelmäßig großer Beliebtheit – so auch aktuell. Mit Aufkommen des Brit Chics spielen Karomuster in den aktuellen Kollektionen für Herbst und Winter eine bedeutende Rolle. Sie sind daher aus keinem Sortiment wegzudenken.
Dabei zeichnen sich die Optiken durch ihren Variantenreichtum und ihre Vielfalt aus. So kommt das Muster mal traditionell in Rot und Braun daher, mal wird es in knalligen Farben oder auf ungewöhnlichen Materialien inszeniert. Bei der Zusammenstellung des Outfits gilt: Nicht zu dick auftragen. Ein Karo-Muster als Highlight reicht vollkommen aus. Die Kombinationsmöglichkeiten mit Bekleidung und Schuhen ergeben sich aus den Farben des Karo-Musters.
Die Farbe mag das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal zwischen verschiedenen Karo-Mustern sein. Sie ist aber beileibe nicht das einzige. Unterschiedliche Webtechniken ermöglichen traditionell verschiedene Muster, die heute natürlich auch als Druckvorlage dienen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Muster, die sich auch auf Taschen finden, und ihre Kombinationsmöglichkeiten:
Der elegante Allrounder: Hahnentritt
Beim klassischen schwarz-weißen Hahnentritt-Muster treffen beim Weben die zumeist weißen Kettfäden mit schwarzen Schussfäden zusammen. Dadurch entstehen Karos mit rechtwinklig verlängerten Ecken. Diese Musterung soll an die Krallenspuren eines Hahns erinnern. Ursprünglich kommt diese Webtechnik übrigens aus Schottland – wie etliche andere auch. Der Modedesigner Christian Dior setzte das Muster im Jahr 1947 erstmal in einer Damenkollektion ein, nachdem es zuvor für die Herrenmode reserviert war. Danach erlebte das Muster bewegte Zeiten. In den 70er Jahren als Oma-Look verschrien, gilt Hahnentritt heute wieder als angesagt und alles andere als spießig!
Eine Tasche mit Hahnentrittmuster passt übrigens zu allen Anlässen. Sie integriert sich wunderbar in ein Business-Outfit, kann aber auch an festlichen Abenden getragen werden. Kombiniert wird sie am besten mit einfarbigen Kleidungsstücken. Wie wäre es zum Beispiel mit einem hellbeigen Pullover mit einem Rundhalsausschnitt und dunkelbraunen Lederpantoletten? Für Freundinnen von Farbe gibt es Hahnentritt-Taschen natürlich nicht nur in Schwarz-Weiß, sondern auch in ausgefallenen Farbrichtungen.
Pepita, Vichy und Co.
Ebenfalls gerne in Schwarz-Weiß zeigen sich Pepita-Muster. Dabei sind die schwarz-weißen Karos nicht größer als ein Zentimeter und durch rechtwinklig oder schräg verlaufende Streifen verbunden.
Als Kombination von Hahnentritt und Pepita lässt sich das Vichy-Karo bezeichnen. Die Verlängerung an den Ecken erscheint hier im Gegensatz zum Hahnentritt diagonal. Außerdem dient eine Raute und nicht ein Quadrat als Basis des Musters.
Glencheck wiederum besteht traditionell aus einem mehrfarbigen Karo-Muster. Traditionell entsteht es durch unterschiedliche Bindungsarten beim Weben. Die einzelnen Felder können sich farblich daher stark voneinander unterscheiden. Glencheck zeichnet sich durch eine sportliche Note aus und passt daher bestens zu einen gepflegten Freizeit-Look.
Wir bleiben in Schottland. Mit dem Begriff „Tartan“ können wahrscheinlich die wenigsten etwas anfangen. Dabei handelt es sich um das allseits bekannte Schottenmuster. Das traditionelle schottische Karomuster zeichnet sich durch mehrfarbige, ineinander übergehende und sich überlagernde Kästchen aus. Weil verschiedenfarbige Garne verwebt werden, erscheint Tartan im Gegensatz zu den anderen Mustern eher bunt. Allerdings sorgt sein symmetrischer Aufbau für eine stimmige Optik. Schottenmuster lassen sich daher auch bestens kombinieren und sorgen in einem ansonsten harmonischen Outfit für den notwendige Würze!
Ein wenig Geschichte
Früher diente Tartan in Schottland als Erkennungszeichen der verschiedenen Clans. Seit dem 8. April 1815 lassen sich diese Clan-Tartans offiziell registrieren. Damals forderte die Highland Society of London (gegründet 1778) alle Clan-Chefs auf, der Gesellschaft ein Stück ihres Tartans zu schicken. Es musste groß genug, um das Muster erkennen zu lassen.
Heute führt eine Behörde der schottischen Regierung das Scottish Register of Tartans. Es ist für die offizielle Registrierung alter wie auch neu entworfener Muster zuständig. Wer will, kann hier auch heute noch sein Muster registrieren lassen – gegen eine Gebühr selbstverständlich.
Das so genannte Argyle-Muster hat seinen Ursprung im Tartan des Campbell-Clans aus Argyll. Der Legende nach wurde es aus Flicken zusammengesetzt. Es besteht aus rautenförmigen, schachbrettartig angeordneten Blöcken. Das können Quadrate aber auch spitz zulaufende Rechtecke sein. Der Clou: Zwischen den einzelnen Blöcken verlaufen gekreuzte Streifen in einer Kontrastfarbe. Dabei entstehen überlappende Motive, die dem Karo-Muster einen dreidimensionalen und damit äußerst dekorativen Anstrich verleihen.
Als Inbegriff des Karos gilt aber sicher das weltbekannte und markenrechtlich geschützte Burberry-Muster. Neben Bekleidung ziert es Schuhe, Accessoires und selbstverständlich auch Taschen. Die milliardenschwere Burberry Gruppe ist an der London Stock Exchange börsennotiert und Mitglied im FTSE 100 Index. Und die Basis für diese erstaunliche Entwicklung ist nicht nur, aber eben auch ein schlichtes Karo-Muster.
Burberry mag zwar ein Inbegriff für Luxus sein. Schottenmuster sind aber gleichwohl quer durch alle gesellschaftlichen Schichten beliebt. In der Grunge-Szene oder in der Punk-Bewegung etwa erfreuen sich Flanellhemden mit Tartan-Muster großer Beliebtheit.
Seien Sie daher unbesorgt: Eine Tasche mit Karo-Muster kann viele Jahre lang getragen werden. Klassische Karo-Muster zeigen sich betont zeitlos. Und auch die etwas wilderen Varianten verschwinden nie wirklich von der Bildfläche. Zudem erfahren sie in regelmäßigen Abständen ein besonderes Revival. Also nichts wie zugreifen!